Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Wenn das Orchester der Wiener Staatsoper die Konzertbühne betritt,
nennt es sich Wiener Philharmoniker, das Orchester der Dresdner
Oper wird im Konzertsaal zur Staatskapelle Dresden - und das
Orchester der Oper
Frankfurt zum Museumsorchester. Das Frankfurter Opern- und
Museumsorchester - so der vollständige Name - steht für eine
ruhmreiche Tradition, die sich mit den Namen berühmter Chefdirigenten
verbindet, darunter Louis Spohr, Willem Mengelberg, Wilhelm Furtwängler,
Hermann Scherchen, Clemens Krauss, Hans Wilhelm Steinberg, Franz Konwitschny,
Georg Solti, Christoph von Dohnanyi, Michael Gielen, Sylvain Cambreling
und Paolo Carignani. Die Namen bedeutender Gastdirigenten sind Legion:
Johannes Brahms, Antonin Dvorák, Peter Tschaikowsky, Gustav Mahler,
Richard Strauss, Hans Pfitzner, Arthur Nikisch, Erich Kleiber, Hans
Knappertsbusch, Bruno Walter, Otto Klemperer, Karl Böhm, Georges
Szell. Berühmtestes Orchestermitglied war Paul Hindemith, der zwischen
1915 und 1922 die Position eines Konzertmeisters innehatte. Heute gehört
das Museumsorchester unter seinem Generalmusikdirektor
Sebastian Weigle zu den führenden Klangkörpern Deutschlands.
Seine stilistische Bandbreite umfasst alle bedeutenden Werke der Opern-
und der sinfonischen Literatur, Barockmusik genauso wie experimentelle
zeitgenössische Kompositionen und dem Jazz anverwandte Werke.

Die Geschichte des Orchesters reicht zurück bis ins späte
18.Jahrhundert: 1782 wurde am heutigen Rathenauplatz das Frankfurter
Comoedienhaus eröffnet, womit die Stadt erstmals eine feste
Opernbühne hatte. Ein stehendes Orchester wurde jedoch erst ein
Jahrzehnt später eingerichtet, als sich das Haus in Frankfurter
Nationaltheater umbenannte. Seit 1808, dem Jahr der Gründung
der Museums-Gesellschaft, hat das Orchester die Doppelfunktion eines
Opern- und Konzertorchesters. Die Museums-Concerte fanden zunächst
in verschiedenen Frankfurter Sälen statt, bis 1861 der Saalbau
in der Junghofstraße eröffnet wurde und damit ein großer
Konzertsaal mit hervorragender Akustik zur Verfügung stand. Nachdem
1880 das prächtige Opernhaus am Anlagenring fertig gestellt worden
war, konnte schließlich auch die Oper in ein repräsentatives
Domizil umziehen. Saalbau und Opernhaus waren für Jahrzehnte die
regelmäßigen Spielstätten des Orchesters, bis beide
1944 durch alliierte Bombenangriffe zerstört wurden. Ab 1946 musste
der Börsensaal als provisorische Spielstätte dienen, bis schließlich
1951 das wiedererrichtete Schauspielhaus als Großes Haus
der Städtischen Bühnen die Funktion eines neuen Opernhauses
übernahm. Auf dessen Bühne fanden drei Jahrzehnte lang auch
die Museumskonzerte statt, bis sie schließlich 1981 in die als
Konzerthaus wieder aufgebaute Alte Oper umzogen.
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