Orchester

Über 200 Jahre Doppelleben in der Oper und im Konzert:
das Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter seinem Chefdirigenten Sebastian Weigle gehört zu den führenden deutschen Klangkörpern. Seine Auftritte in den Museumskonzerten in der Alten Oper Frankfurt prägen das Musikleben der Stadt ebenso nachhaltig wie seine spektakulären Leistungen in der Oper Frankfurt. Kreativität, spontane Musizierfreude und hohes technisches Können: Dies sind die Zutaten, die dem Publikum immer wieder einmalige musikalische Erlebnisse bescheren. Drei Jahre in Folge – 2009, 2010 und 2011 – verlieh ihm die Zeitschrift „Opernwelt“ aufgrund von Kritikerumfragen die Auszeichnung „Orchester des Jahres“.

Die zwei Geburtsjahre 1792 und 1808
Wie die meisten Kulturinstitutionen Frankfurts, so verdankt auch das Opern- und Museumsorchester seine Entstehung dem Engagement der Frankfurter Bürgerschaft. Am Anfang stand die Eröffnung des Frankfurter Nationaltheaters im Jahre 1792, einer privaten Aktiengesellschaft, die aber bald von der Stadt finanziell unterstützt wurde und als Vorgängerin der heutigen Oper gelten kann. Um die zeitgenössischen Opern von Mozart, Dittersdorf und Salieri aufführen zu können, bedurfte es auch eines Orchesters, und so stellte die Theaterdirektion aus Musikern der Stadt und der Region, vor allem aus Mainz und aus Offenbach, eine permanente Kapelle für den Theaterbetrieb zusammen.

Die zweite Geburtsstunde des Orchesters fällt in das Jahr 1808, das Jahr der Gründung des „Museums“ und damit der städtischen Sinfoniekonzerte, wiederum auf Initiative von Frankfurter Bürgern. Um die Mitglieder des „Museums“ mit der neuesten sinfonischen Musik vertraut zu machen, bedurfte es eines großen Orchesters, und so wurden die Musiker des Theaterorchesters für die „Großen Museen“, die Konzerte mit Orchester, unter Vertrag genommen und hoben damit das „Museumsorchester“ aus der Taufe.

Ein Orchester auf zwei Bühnen
Opernorchester im Graben, Museumsorchester auf dem Konzertpodium: Diese doppelte Aufgabe kennzeichnet die Rolle des Orchesters im städtischen Musikleben bis heute. Getragen wird das Orchester von der Oper Frankfurt, die es an die Frankfurter Museums-Gesellschaft zur Durchführung der Museumskonzerte quasi „vermietet“. Und so hat sich auch das „Museum“ im Namen erhalten, denn nicht zuletzt verdankt das Orchester seine Qualität und Verankerung beim Publikum auch der über 200-jährigen engen Verbindung mit dem „Museum“.

Chefdirigenten und ein Konzertmeister
Bedeutende Musikerpersönlichkeiten haben das Orchester als Chefdirigenten geformt, darunter Louis Spohr, Willem Mengelberg, Hermann Scherchen, Clemens Krauss, Georg Solti, Christoph von Dohnanyi, Michael Gielen, Sylvain Cambreling und Paolo Carignani. Auch die Namen berühmter Gastdirigenten sind Legion: Johannes Brahms, Antonín Dvořàk, Peter Tschaikowsky, Gustav Mahler, Richard Strauss, Hans Pfitzner, Arthur Nikisch, Erich Kleiber, Hans Knappertsbusch, Bruno Walter, Otto Klemperer, Karl Böhm, George Szell. Berühmtestes Orchestermitglied war Paul Hindemith, der zwischen 1915 und 1922 die Position des Konzertmeisters innehatte.

Zu neuen Ufern mit Chefdirigent Sebastian Weigle
Seit 2008 ist Sebastian Weigle Chefdirigent des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, und zwar sowohl als GMD der Oper Frankfurt als auch Künstlerischer Leiter der Museumskonzerte. In seiner programmatischen Arbeit knüpft er an die „deutsche“ Tradition des Orchesters an und setzt Schwerpunkte im klassischen und romantischen Repertoire, etwa mit einem Zyklus der sinfonischen Werke von Richard Strauss, die auch als CD produziert werden. Für die nächsten Jahre plant Sebastian Weigle Aufführungen der Sinfonien von Bruckner und Mahler. Auch Auftragskompositionen zeitgenössischer Komponisten bilden einen festen Bestandteil des Repertoires.

„Bodenständig, weltoffen … damit hat das Orchester einen durchaus fortschrittlichen, weltstädtisch-wachen, alles andere als ‚musealen‘ Touch.“ Opernwelt, Das Jahrbuch 2010

Das Orchester auf der Webseite der Oper Frankfurt