Augustin Hadelich, Violine
Sebastian Weigle, Dirigent
Romantik aus Helsinki und Linz
Rechnet man alle Fassungen der Sinfonien Bruckners zusammen, so hat er nicht neun, sondern mindestens doppelt so viele Sinfonien geschrieben. Auch die Erste führt ein Doppelleben: als „Linzer“ und als „Wiener“ Fassung. Wir ziehen wie viele Brucknerfreunde die frühe und insgesamt lebhaftere Linzer Fassung vor, von Bruckner als ein „keckes Beserl“ bezeichnet – womit er keinen Besen, sondern ein „Maderl“ meinte. Die erste Fassung von Sibelius‘ Violinkonzert ist dagegen aus dem Repertoire verschwunden. Sibelius arbeitete sie nach dem Misserfolg der Uraufführung um. Eine gute Entscheidung, denn dies verhalf dem Werk in seiner Endfassung zu einem Welterfolg und machte es zu einem der wichtigsten Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts.