Quatuor Hermès
Hélène Clément, Viola
Kaisergattung Streichquintett
Das Streichquartett gilt allgemein als „Königsgattung“ der Kammermusik. Doch was ist dann das Streichquintett – die „Kaisergattung“? Für Kenner jedenfalls gebührt dem Quintett mindestens derselbe Rang wie dem Quartett. Das Repertoire ist zwar bei Weitem nicht so umfangreich wie das für Streichquartett, doch umso erlesener sind die wenigen Beiträge, die hier innerhalb eines guten Jahrhunderts geschaffen wurden. Am Anfang steht Wolfgang Amadeus Mozart, der in Salzburg nach dem Vorbild des dortigen Hofkomponisten Michael Haydn seinen ersten eigenen Versuch mit der erweiterten Besetzung – Streichquartett plus zweite Bratsche – unternahm. Und der zehn Jahre später in Wien gleich vier solche Werke komponierte, die das Quintett zu allerhöchstem Ansehen brachten – das C-Dur-Streichquintett ist vielleicht das bedeutendste davon.
Nach einem Zwischenspiel mit wenigen Quintetten von Beethoven, Schubert und Mendelssohn brachte dann erst das Ende des 19. Jahrhunderts eine neue Blüte des Streichquintetts hervor und zugleich quasi schon den Abschluss der Gattungsgeschichte: zwei Quintette von Johannes Brahms, eines von Antonín Dvořák – und schließlich das monumentale F-Dur-Streichquintett Anton Bruckners, sein einziger reifer, dafür umso gewichtigerer Beitrag überhaupt zur Kammermusik.
Das Quatuor Hermès, eines der tonangebenden Ensembles in der reichen französischen Quartettlandschaft, wird bei seinem ersten Auftritt in den Museumkonzerten verstärkt von der Bratschistin Hélène Clément und widmet sich zwei Gipfelwerken der Gattung Streichquintett: Mozarts C-Dur- und Anton Bruckners F-Dur-Quintett. Ein Abend der Superlative!