Renaud Capuçon, Violine
Thomas Guggeis, Dirigent
Tanzende Märchen
Mit bunten Orchesterfarben malende und „erzählende“ Musik erwartet uns in diesem Konzert. Debussys Ballettmusik Jeux (Spiele) erzählt eine Geschichte vom Tennisplatz. Ein Mann sucht im abendlichen Dämmerlicht seinen Ball und begegnet zwei Mädchen, flirtet mit ihnen, kann sich aber für keine entscheiden, so dass sie ihn allein zurücklassen.
In seiner sinfonischen Dichtung Le chant du rossignol vertont Igor Strawinsky Hans Christian Andersens Märchen von der Nachtigall, die für den Kaiser von China singt, aber von einer mechanischen Nachtigall verdrängt wird. Der Kaiser verfällt ob der verlorenen Nachtigall in tiefe Trauer und stirbt beinahe. Doch da kommt die Nachtigall zurückgeflogen und singt den Kaiser wieder gesund.
Kaum ein anderes Orchesterwerk erzählt so plastisch und verständlich eine Geschichte wie Till Eulenspiegels lustige Streiche von Richard Strauss. Anfänglich hielt Strauss sich mit Erläuterungen zurück: „analyse mir unmöglich, aller witz in toenen ausgegeben“. Später schrieb er aber doch noch „sein“ Programm in 22 Einzelpunkten nieder, von „Es war einmal“ bis „Da baumelt er, die Luft geht ihm aus, eine letzte Zuckung – Tills Sterbliches hat geendet.“ Doch auch ohne Erläuterungen hört man Till lachen und die Töpfe auf dem Marktplatz rollen.
Reine Instrumentalmusik ist dagegen Sergej Prokofjews erstes Violinkonzert, auch wenn man dem Werk die heitere Stimmung der sommerlichen, sibirischen Landschaft anhören kann, durch die Prokofjew während der Komposition eine ausgedehnte Reise unternahm.